Des Kaisers Geheimes Deutschland

Die Rezeption des Bilds Friedrichs II. im George Kreis

von Mag. Matthias Spindler
(Universität Wien)

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Friedrich II. von Hohenstaufen

3. Das Friedrichbild im Geheimen Deutschland

4. Schlussfolgerung

5. Bibliographie


Abbildung 1: Der Sarkophag Friedrich II. von Hohenstaufen in der Kathedrale Maria Santissima Assunta in Palermo; Bildnachweis: www.stupormundi.it.

1. Einleitung

Der Glanz des wilhelminischen Kaiserreiches und der abrupte Untergang dieses durch den Ersten Weltkrieg verursachte im gebildeten Bürgertum und im Adel die Sehnsucht nach einem neuen „Goldenen Zeitalter“ [1]. Nach dem verlorenen Krieg träumten die Trägerschichten des Deutschen Reichs von einem „Risorgimento“ [2] Deutschlands, angeführt durch eine strahlende Kaisergestalt. Ein Teil davon war die Legende und geschichtliche Wirklichkeit Friedrichs II. von Hohenstaufen. Hinzu fügt sich ein romantisch geprägtes Bild des Mittelalters. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation wurde zu einem Wunschtraum. Es ist der Gedanke eines „ewigen Morgens“, in dem Kunst und Wissenschaft blühen. Es ist aber auch der Gedanke an ein Deutschland, dass die dominierende Macht in Mitteleuropa darstellt. Nicht durch Krieg oder Grausamkeiten, sondern durch die Pflege der Künste, sollte es Europa gestalten. Stefan George legte seinen elitären Kreis im Bewusstsein der Erneuerung des Reiches [3] und Förderung der Kultur und Kunst an. [4] Im Mittelpunkt stilisierte der George Kreis die Figur „Friedrich II. von Hohenstaufen“ als ideale Leitfigur. „Man kann im übrigen davon ausgehen, daß über die Kaisergestalten des Mittelalters, namentlich über Friedrich den Zweiten, im Kreis um Stefan George oft gesprochen und geurteilt wurde.“ [5] Für einen Historiker scheint es besonders wichtig zu sein, sich mit George, Friedrich II. und dem dazu gehörigen „Geheimen Deutschland“ [6] /dem George Kreis auseinanderzusetzen. Der Historiker aus dem „Geheimen Deutschland“, Ernst Kantorowicz, stellte fest, dass niemand „[…] ein Historiker sein [kann], der von dem ‚geheimen Deutschland‘ nichts weiss.“ [7]
Die Anhänger des „Geheimen Deutschlands“ gaben sich als mittelalterliche Ghibellinen. [8] Friedrich II. galt ihnen als Vorbild eines gütigen Herrschers, den man als Vorläufer „des aufgeklärten Absolutismus“ [9] beschrieb. Als Bewunderung für den Stauferkaiser tradierten die gebildeten Kreise Matthäus Paris [10] Bild Friedrichs vom „stupor mundi“ [11] (Staunen der Welt) oder „immutator mirabilis“ [12] (wunderbarer Verwandler) weiter. Es war der Gedanke an einen Herrscher, der wohl niemals als wirklich tot angesehen wurde. [13] Hier soll zuerst die historische Gestalt Friedrichs II. analysiert und danach das Bild des Stauferherrschers im George Kreis dargestellt werden. Es zeigt sich nämlich, dass Stefan George „[…] eine Zelle der Erneuerung des Volkes um sich scharte, in dem die Erinnerung an die einstigen Kaiser und Helden bewahrt wäre.“ [14]


Abbildung 2: Augustus als Triumphator, Kameo im Zentrum des sog. Lotharkreuzes, Aachener Dom; Bildnachweis: de.wikipedia.org.

 

2. Friedrich II. von Hohenstaufen

In diesem Kapitel werden die, die Person Friedrichs II. konstituierenden, Elemente hervorgehoben. Als wichtige Merkmale der Herrschaft Friedrichs II. von Hohenstaufen sind hier die Reichsidee, die Kirche und der Glaube als Herrschaftsbasis und die Förderung der Kultur anzuführen.

2.1. Das translato imperii – die Reichs- und Kaiseridee als „Staatsideologie“

Ein zentraler Punkt in der Herrschaftsansicht Friedrichs II. war die „Ehre des Reichs“ – honor imperii. Dieses Reich ging direkt auf Karl den Großen zurück. Sein Vater Pippin legte den Grundstein für das Reich, das sein Schicksal mit der römisch-katholischen Kirche verknüpfte. [15] Am Weihnachtstag des Jahres 800 wurde Karl der Große zum römischen Kaiser gekrönt und auch „[…] der Schutzherr [Vogt] der christlichen Kirche […].“ [16] So gab es nach Jahren der „Vakanz“ wieder einen römischen Kaiser im Westen. Dieser versuchte aber angestrengt sein Kaisertum im Osten, im byzantinischen Reich zu legitimieren. „Erst im Sommer 812 gelang Karl, was er von Anfang an erstrebt hatte: die Legitimation auch durch den oströmischen Kaiser.“ [17] Unter Karl dem Großen begannen auch die Wissenschaften wieder zu blühen. Diese Förderung der Kultur durch die monarchische Gewalt ist später auch ein zentraler Punkt im George Kreis. Die „karolingische Renaissance“ [18] wertete die Schriftkultur wieder auf. Es wurde nicht nur die lateinische Sprache, sondern auch die Volkssprache gepflegt. Die antike Kultur sollte wieder aufleben. Vor allem rezipierte man in dieser „Wiedergeburt der Antike“ Aristoteles. Aachen, eine der wichtigsten Pfalzen Karls des Großen, sollte ein neues „Athen“ [19] werden.

Als zentraler Träger der Kultur galten die Klöster. „Die Klöster waren im karolingischen Staatskirchentum […] bedeutende Wirtschaftsfaktoren. […] Sie [die Klöster] verbreiteten die Reformideen der sogenannten ‚karolingischen Renaissance‘ […].“ [20] Im „Reichsmönchstum“ [21] erkennen wir das gemeinsame Streben von Kirche und Staat für das Wohl des Römischen Reiches. Trotz aller Bemühungen, das römische Reich wieder auferstehen zu lassen, scheiterte der Versuch Karls des Großen. „Als Karl der Große das römische Weltreich erneuert hatte, versuchte er auch eine geistige Wiedergeburt, die aber völlig mißlang.“ [22] Aber auch alle anderen Herrscher nach ihm werden diesem Ideal des antiken Roms versuchen nachzueifern. Rom wurde noch immer als caput mundi, das Haupt der Welt, angesehen. [23]
Durch Reichsteilung ging die Würde des römischen Kaisers auf die „Deutschen“ über. Obwohl dieses Reich nur einen kleinen Teil dessen umfasste, das zum „imperium romanum“ gehörte, sahen die mittelalterlichen Könige und Kaiser eine direkte Reichskontinuität. [24] Die Theorie der Übertragung der Reichswürde an die Deutschen stammt direkt von Otto von Freising. [25] Nach dem Ende des vierten Weltreiches [26], das der Römer, sollte die „Parusie“ [27] eintreten, also das Weltgericht unter Jesus Christus. Unter Friedrichs II. Großvater, Barbarossa, wurde dem Reich die Beifügung „heilig“ verliehen. [28]
Auf den Thron dieses Reich, als Fortsetzung des römischen und als letztes vor dem Himmelreich, wurde im Dezember 1211 Friedrich II., das damalige „chint von Pulle“ [29], gewählt. [30] Friedrich war es, der als letzter römisch-deutscher Kaiser so Rader das „Weltkaisertum“ (Rader, Olaf B. 2011: S. 31.) erschaffen wollte. Im Zusammenhang mit dem Imperium und dem Kaiser stand auch die „honor imperii“ (Rader, Olaf B. 2011: S. 57.). Dieser Begriff wurde von den Kaisern verwendet, um ihre Macht gegen andere Herrschaftsautoritäten im Reich zu schützen. Um teilweise seine Unabhängigkeit gegenüber dem Papsttum zu beweisen und nicht als „vicarius papae“ (Rader, Olaf B. 2011: S. 132.) betrachtet zu werden, betitelte sich Friedrich II. als „Romanorum imperator electus – erwählter Kaiser der Römer.“ [31] Im Sinne des römischen Princeps Augustus sah sich auch Friedrich als Friedensbringer und als derjenige, der die „pax Romana“ [32] in die Welt bringen würde.
Als äußeres Symbol der römischen Kaiserwürde trugen die Staufer als Wappentier den Adler. „[…]: der Adler war das Symbol der staufischen Reichsidee.“ [33] Das konstantinische Chi-Ro verschwand. [34] Die Benützung des Adlers als Wappentier war ein direkter Rückgriff auf die heidnische Antike und den ewig jugendlichen, vergöttlichten Augustus [35]. Auch Friedrich II. wird in den bildnerischen Darstellungen niemals alt. Er bewahrt wie Augustus seine ewige antike göttliche Jugend. Wie bei Augustus so fand auch bei Friedrich II. eine Vergöttlichung statt. [36] Von der Vergöttlichung des Friedrichs weiß auch sein Sohn zu berichten, wenn er von seiner Erziehung am Hofe berichtet und einleitend feststellt: „Wir, Manfred, Sohn des göttlichen und erhabenen Kaisers Friedrich, […].“ [37]


Abbildung 3: Halbaugustalis Friedrichs II. von Hohenstaufen,
um 1231, DHM Berlin, Inventar-Nr. N 2000/116.

 

2.2. Herrschaftsfolge als Legitimation der Macht

Mit der Berufung auf die Karolinger, die Salier und die antiken Kaiser versuchten die Staufer das Schicksal des Reichs mit nur einem Herrschaftsgeschlecht zu verbinden, deren unmittelbare Nachfolger sie waren. Hinzu kam noch die Berufung auf eine angebliche byzantinische Mutter Karls des Großen. [38] Gottfried von Viterbo meint sogar, dass die Staufer das „Endglied“ (Engels, Odilo 2010: S. 107.) des „[…] einzigen Kaisergeschlechts in der Menschheitsgeschichte […]“ (Engels, Odilo 2010: S. 107.) waren.
Friedrich II. versuchte das von seinen Vorfahren begründete „[…] staufische Kaisertum fortzusetzen, […].“ [39] So schloss Friedrich direkt an Karl den Großen an. [40] Er galt als Vorbild. Durch die Krönung zum deutschen König - in Aachen, dem karolingischen, christlichen Athen - 1215 verstärkte Friedrich die Verbundenheit mit Karl. [41] Weiters hervorzuheben ist, dass die Krönung Friedrichs am 50 Jahrestag der Heiligsprechung Karls des Großen vollzogen wurde.
Um die Kontinuität der Macht aufzuzeigen, bezogen sich die Staufern auch direkt auf das Haus der Salier/Waiblinger. [42] Die Staufer zeigten sich schon früh als „Parteigänger“ der Salier. [43] Durch Heinrich IV. aus dem Hause der Salier erhielten die Staufer ihr schwäbisches Herrschaftsgebiet. [44] „In Speyer ging es um die Unterstreichung der Kontinuität zwischen Saliern von Staufern.“ [45] Konrad III., Friedrichs Urahn, verwies schon bei seiner Krönung in Aachen direkt auf die Salier, die mit den Staufern durch Ehe verwandt waren. [46] Friedrich setzte also eine Tradition fort, die mit dem ersten Stauferherrscher begründet wurde. Während der Herrschaft Konrads wurde auch die Verbindung zu Byzanz gestärkt. [47] Byzanz ist von immanenter Bedeutung für die deutschen Kaiser und Könige gewesen. Erst mit Byzanz/Ostrom wird der Traditionsstrang zu den alten römischen Kaisern hergestellt, der durch den Untergang Westroms unterbrochen wurde. Indirekt zu Byzanz zählend, war ein weiterer wichtiger dynastischer Traditionsstrang Friedrichs Herkunft aus der sizilianischen „normannischen Dynastie“ [48]. Die normannischen Herrscher auf Sizilien lehnten ihre Bauwerke und ihre herrschaftliche Darstellung sehr stark an Byzanz an.

 

2.3. Die römisch-katholische Kirche – religiöse Fundierung des Kaisertums

Mit der Begründung der abendländischen, auf die römischen Augusti zurückgehenden, Kaiserwürde wurde auch die römisch-katholische Kirche in die Machtverhältnisse des neuen Reiches eingebunden. Im Reich existierte ein Nebeneinander „[…] der höchsten geistlichen (Sacerdotium) und weltlichen (Imperium) Gewalt […].“ [49] Das Reichsepiskopat war für die Staufer eine wichtige Stütze der Herrschaft. [50] Hier muss aber auch gesagt werden, dass es immer einen Machtstreit gab, welche Kraft das Imperium dominieren sollte. Die Päpste, besonders Innozenz III., sahen eine vorrangige Stellung der Kirche vor der weltlichen Gewalt, da die Kaiserwürde erst durch die Salbung in Rom [51] zu Stande kam. Friedrichs II. Großvater, Friedrich I. Barbarossa, stellte fest, dass die weltliche als auch die kirchliche Gewalt im Sinne des Reiches miteinander arbeiten sollten. [52]  Der Kaiser war „Schutzvogt“ [53] des Papstes in Rom. 1165 wurde Karl der Große in Aachen durch den staufischen Gegenpapst Paschalis III. kanonisiert. [54] Dies unterstrich die Verbundenheit mit dem Geschlecht der Staufer, da sich diese auf eine direkte Verwandtschaft mit den Karolingern beriefen. Mit Karl dem Großen als „Reichsheiligen“ [55] wurde eine Integrationsfigur für das mittelalterliche Reich geschaffen. Kirche und Kaisertum fungierten hier zusammen, um dem Reich Stabilität zu geben.
Als Verbindung mit der römisch-katholischen Kirche gründeten die adeligen Häuser, u. a. auch die Staufer, eigene Hausklöster. [56] Bei den Staufern war es das Hauskloster Lorch. [57] Hier sollte den verstorbenen Familienmitgliedern gedacht werden. Mit Konrad III. übernahmen die Staufer auch das Vogtamt über die Zisterzienser. [58] Diese Tradition wurde von Friedrich II. fortgesetzt. [59]
Ein weiterer Ausdruck des Verständnisses als christlicher Kaiser war die Herrschaft über Jerusalem, dessen König Friedrich II. war. „In dem goldenen Glanz der Siegel leuchtete so die mit der Herrschaft über Jerusalem als letzte Steigerung erlangte Stellung eines universal verstandenen Kaisertums.“ [60] Die Herrschaft über Jerusalem musste aber bei der Königs- [61] und Kaiserkrönung [62] Friedrichs erst errungen werden. Die Rückeroberung der heiligen Stätten war bereits als Familientradition der Staufer tief verankert. „Seit Friedrich I. Barbarossa verwoben sich Kaiseridee und Kreuzzugsgedanke zu einem weiten Umhang eines idealen Herrschers.“ [63] Jedoch nicht durch Krieg, sondern durch geschickte Verhandlungen mit dem
Sultan von Kairo, erwirkte er die Rückgabe einiger Städte des Heiligen Landes. [64] Am 18. März 1229 konnte er in Jerusalem einziehen. Friedrich gelangt dies, obwohl er damals gebannt war.
Eine Funktion, die Friedrich im Sinne der römischen Ceasaren ausübte, war die Übernahme geistlicher Tätigkeiten. Princeps Augustus wurde im Jahre 12 nach Christi Geburt zum pontifex maximus. [65] Friedrich von Hohenstaufen konnte zwar nicht jene bedeutende Rolle des Augustus einnehmen, aber auch er erhielt religiöse Weihen. Bei seiner Kaiserkrönung 1220 in der Peterskirche zu Rom wurde Friedrich in die „Bruderschaft der Kanoniker von Sankt Peter“ [66] aufgenommen. Weiters war Friedrich ebenfalls Mitglied der Gebetsgemeinschaft des Ordens der Zisterzienser [67] . [68] Um das Ausmaß seines Glaubens an seine Priestergewalt ausdrücken, muss hier die Predigt Friedrichs im Pisaner Dom erwähnt werden. Ernst Kantorowicz beschreibt dies so, „[…] da ließ Friedrich II. nicht nur dem Interdikte zum Trotz dennoch Gottesdienst halten und die Mysterien vollziehen, sondern er selbst bestieg am Weihnachtstag [1239] im Dom zu Pisa die Kanzel und predigte vor dem Volk. Frieden und die Nähe des Friedensreiches wird er den erstaunten Gläubigen verheißen haben, […].“ [69]
Hier muss angemerkt werden, dass diese Szene in der modernen Forschung sehr kritisch gesehen wird. Odilo Engels beschreibt ebenfalls die Predigt im Dom zu Pisa (vgl.: Engels, Odilo 2010: S. 182.) und Hubert Houben verwirft sie als „Missverständnis moderner Historiker“ (Houben, Hubert 2008: S. 75.).
Als christlicher Kaiser im Sinne Konstantins des Großen [70] und Theodosius des Großen [71] ging Friedrich II. entschieden gegen Ketzer vor. [72] Ketzerei wurde als Majestätsverbrechen [73] gesehen und unter Friedrich II. auch im Gesetz verankert. [74]
Friedrich von Hohenstaufen polarisierte zu seiner Zeit die Menschen. Oftmals – und besonders von den Parteigängern des Papstes – wurde er als Vorläufer des Antichristen bezeichnet. [75] Im 20. Jahrhundert stellte Egon Friedell fest, dass sich Friedrichs Denkfreiheit nicht von religiösen Schranken bändigen ließ. So meinte er, dass „[…] seine Denkfreiheit [.] eine Form des Atheismus [ist …].“ [76]

 

2.4. Kultur und Bildung

Viel bewundert war der „orientalisch-okzidentale[.] Wissenstransfer“ [77] am Hofe Friedrichs II. Das Nebeneinander der Kulturen ermöglichte, wie schon bei seinem Großvater mütterlicherseits, König Roger II. von Sizilien [78], einen regen Austausch von Gedanken und Lehrmeinungen. So entwickelte sich auch der Hof Friedrichs zu einer „Schnittstelle“ [79] der gelehrten Kultur im Mittelalter. [80] Es zeigte sich, dass am sizilianischen Hofe Friedrichs „eine generationenübergreifende Wissensgesellschaft“ [81] bestand, die „universaler Wirkung“ ]82] war. Diese „Wissensgesellschaft“ [83] wirkte sich auch auf die Höfe des restlichen Reichs aus. [84] Den literarischen und wissenschaftlichen Zirkel baute er genau wie der Princeps Octavian auf. [85]

Im Bereich der Kultur verwandelte Friedrich II. seinen Hof zu einem Künstler-, Dichter- und Intellektuellenhof. Bereits zu seiner Jugendzeit stand die höfische Kultur auf ihrem Höhepunkt. „Wie Gottrieds junger Held eignete sich der jugendliche König natürlich weitere Bildung [neben kriegerischer] an, wie Lesen, Schreiben, Schachspielen, Jagen […].“ [86]
Umstritten ist die Frage der Sprachen, die der Stauferkaiser beherrschte. Laut Ricardano Malispini sprach „[…] der Kaiser [.] außer Latein, Italienisch, Deutsch, Französisch und Griechisch auch Arabisch [.].“ [87] Die Gelehrigkeit am Hofe Friedrichs wirkte sich auch auf den Adel aus. Friedrich II. bildete an seinem Hof die Söhne aus adeligen Familien zu Edelknappen aus. Die „valetti imperatores“ [88] wurden mit den höfischen Tugenden der Zeit bekannt gemacht.
Als passionierter Jäger mit dem Falken ließ Friedrich II. ein Buch über die Jagd mit dem Vogel verfassen. Er setzte sich auch selbst intensiv mit der Materie auseinander, sodass Hubert Houben zum Schluss kommt, dass das Buch „Liber de arte venandi cum avibus“ [89] „[…] auf dem Niveau der modernen Ornithologie steht, […].“ [90] Als wichtig für den Kulturaustausch zwischen dem Morgen- und Abendland gilt die lateinische Übersetzung des Werkes „Moamin“ [91]. Dieses Buch behandelte Angelegenheiten der Heilung von kranken Falken und Hunden. „Kurz nach seiner Entstehung wurden mindestens zehn Abschriften wohl auf Geheiß des Kaisers angefertigt.“ [92] Durch die massive Beschäftigung mit der Tierkunde und der Jagd wurden auch Normen für den Tierschutz erlassen. Friedrich II. war es ein Anliegen, dass es Zeiten gab, wo nicht gejagt werden durfte und auch Tierseuchen bekämpft wurden. [93]


Abbildung 4: Friedrich II. von Hohenstaufen mit Jagdfalken, Buchmalerei aus dem sog. Manfredmanuskript der Schrift "De arte venandi cum avibus", Vatikanisch Apostolische Bibliothek, Rom; Bildnachweis: de.wikipedia.org.

Der friderizianische Hof zog den Kaufmann und Mathematiker Leonardo Fibonacci [94] (da Pisa) an. Dieser wollte die arabischen/indischen Zahlen im Abendland heimisch machen und zeigte dem Kaiser [95], wie er dadurch schwierige Rechenaufgaben schneller lösen konnte, als die Hofmathematiker. Dieser berühmte Mathematiker disputierte sogar mit dem Kaiser. Er leistete einen enormen Beitrag zur Entwicklung der „abendländischen Mathematik“ [96]. Hier sieht man auch, dass der Kaiserhof Friedrichs eine Wirkung auf Europa hatte und stark ausstrahlte. „Der staufische Hof bietet ein herausragendes Beispiel für die geistige Kultur des abendländischen Königtums, […].“ [97] Hier werden neue Ideen aufgenommen, erprobt und bei starker Praxiswirkung haben sie auch Einfluss auf andere abendländische Königshöfe. Weiter setzte man sich nicht nur mit antiken griechischen und römischen Autoren auseinander, sondern man diskutierte auch über arabischen Schriften und den Talmud. [98]
Der Astronomie wird im Mittelalter eine hohe Bedeutung beigemessen. Am Hofe Friedrichs war das Interesse an der Astrologie und Astronomie sehr hoch. [99] Friedrich wollte sogar eine „[…] Lokalisierung von Hölle, Fegefeuer und Paradies […].“ [100]
Der staufische Kaiser herrschte in einer Epoche, wo die höfische Kultur einen Höhepunkt erreichte. So setzte man sich an diesem „Sanssouci des Südens“ auch mit der mittelhochdeutschen Minne auseinander. [101] Es wird aber nicht nur auf Deutsch gedichtet. Die „Sizilianische Dichterschule“ [102] am Hofe beschäftigte sich mit intensiv mit Poesie und legte „[…] die Grundlagen für die italienische Literatur [.]“ [103]. Gedichtet wurde in der sizilianischen Volkssprache, dem Volgare. Später baute Dante Alighieri [104] darauf auf und verhalf ihr „[…] zum endgültigen Durchbruch in der italienischen Literatur [.].“ [105] So bezeichnete Dante die neue Dichtersprache vom Hofe Friedrichs als „sicilianum“ [106]. Die Hofdichter Friedrichs von Hohenstaufen beriefen sich vor allem auf die ritterlichen Ideale. [107]
Als Schirmherr der Künste und Wissenschaften, aber auch um seinen Verwaltungsbetrieb zu fördern, gründete Friedrich 1224 die Universität von Neapel. Die Universität sollte im Sinne des Kaisers „[…] das wichtigste Zentrum des Rechtsstudiums im Königsreich Sizilien […sein].“ [108] Besonders erwähnenswert erscheint mir hier, dass auch Thomas von Aquin [109] auf dieser Universität studierte und in seinen späteren Lebens- und Schaffensjahren auch lehrte. Im Sinne der Förderung der Wissenschaft reformierte Friedrich auch die medizinische Hochschule zu Salerno [110] . [111] Er legte für die Studenten eine Ausbildungszeit und das zu behandelte Wissen fest. [112]


Abbildung 5: Stefan George (1868-1933),
Fotographie um 1920; Bildnachweis:
DHM Berlin


3. Das Friedrichbild im Geheimen Deutschland

Stefan George und seine Schüler sind der konservativ-revolutionären Gruppe der Jungkonservativen zuzuordnen. Ein wichtiges Element ist hier ein strenger christlicher Glauben, z. B. der Rechtskatholizismus. Weiters wird der Mitteleuropaidee hohe Bedeutung beigemessen. In diesem Mitteleuropa soll Deutschland die ordnende Macht sein und einen „Führungsanspruch“ [113] ausüben. Dieser Führungsanspruch wird direkt aus dem Mittelalter abgeleitet. Im Sinne der Jungkonservativen soll es ein „neues Mittelalter“ [114] geben, womit man sich gegen die Aufklärung und die Moderne zur Wehr setzt. Im Zuge der Ablehnung der Moderne bekämpfte man die Demokratie und den Liberalismus. So lag allen jungkonservativen Gruppen die Betonung des autoritären Staates zu Grunde. [115]
Einordnend in die Ablehnung der Werte der westlichen Demokratie, meinte der George Kreis in Friedrich II. die ideale Führungsgestalt gefunden zu haben, um romantische längst verloren gegangene Werte in Deutschland neu zu verankern. Für den George Kreis war Friedrich II. eine zentrale Lichtgestalt [116].

Ein wesentlicher Teil war der mittelalterliche Reichsmythos, die antikisierende Tradition und der systemimmanente Katholizismus im George Kreis. [117] Neben der stilisierten Beschäftigung mit Friedrich II. durch die Gedichte Georges wurde vom Historiker Ernst Kantorowicz, Mitglied des George Kreises, das anerkannte Buch „Kaiser Friedrich der Zweite“ verfasst.
Ein wichtiges Mittel für die Vermittlung der Gedanken Stefan Georges war das Lesen im Kreis. [118] Neulinge mussten sich zuerst beweisen, indem sie vor dem Kreis vorlesen sollten. [119] Das Lesen und das Rezitieren des Werkes Georges hielt die Gruppe zusammen. Um den Dichter – „den Propheten“ [120] des Geheimen Deutschlands – konstituierten sich die Schüler im Sinne von Georges „Stern des Bundes“, wo es heißt: „Wer je die flamme umschritt Bleibe der flamme trabant!“ [121]
George versuchte mit seinem Kreis eine „[…] geistesaristokratische[.] Elite [aufzubauen].“ [122] Bei George geht der Gedanke von der universellen Religion des Katholizismus [123] aus, zu einem universellen Herrscher – Friedrich II. - mit dessen Universalreich. Diese Gedanken an Religion, Herrscher und Reich – an den Universalismus dieser drei Begriffe – sollten im Kreis durch die Lehre Stefan Georges vermittelt werden. [124] „Er [Friedrich II.] nahm nicht nur eine Mittlerrolle zwischen Deutschland und Italien ein, sondern war vor allem der erste moderne Fürst des Kontinents, Repräsentant eines europäischen Universalismus.“ [125]


Abbildung 6: Ernst Hartwig Kantorowicz (1895-1963),
Fotographie um 1930;
Bildnachweis: Stadt Frankfurt am Main, Institut für Stadtgeschichte.

 

3.1 Der Glaube – Ästhetischer Katholizismus

Bei Stefan George muss zuerst die hohe Bedeutung des Katholizismus für ihn und in seinem Kreis betont werden. Der Dichter streicht dies selbst immer hervor [126] und kritisiert nie die Rolle der römisch-katholischen Kirche. [127] George wurde in seinem Elternhaus schon streng erzogen [128] und wuchs im erzkatholischen Bingen auf. Der Katholizismus Georges schöpft aus der Antike heraus [129], ohne die man sich keine römisch-katholische Kirche und abendländischen Katholizismus vorstellen könnte. So verbinden sich bei George die „Antike und [das] Abendland“ [130] . Es ist die „[.] Verbindung von heidnisch-Antikem und Christlich-Katholischem, […].“ [131] Im Konnex mit dieser Antike kommt bei George die Darstellung eines ewig jugendlichen Christus vor. [132] Es ist auch das Bild eines romantisch sieghaften Christus [133], das sich mit Georges „Maximin“ Dichtung verbindet. [134]
In seinem Kreis sah er sich als Priester [135] und seine Gedichte, sein Werk als Glaubenslehre. Die Religion war ein wichtiges Mittel gegen die Kultur der Moderne in der Weimarer Republik, die man ablehnte. George versuchte in seinem Kreis die Kulturkritik mit „[…] katholisierende[r] Gestalt-Ästhetik [..] aufzufangen.“ [136] Bei Stefan George zeigt sich ein „Renouveau catholique“ [137] in seinem Werk. Seine Selbstinszenierung war von diesem Gedanken getragen. So konnte man sich von der Masse abheben. Hier ist zu sagen, dass auch die Anhänger des Risorgimento, die sich teilweise auf Friedrich II. beriefen, ihre nationale Bewegung mit dem Katholizismus – ohne die weltliche Herrschaft des Papstes - koppelten. Georges kulturkritischer „ästhetischer Katholizismus“ [138] war auch nicht gleichzusetzen mit einer absoluten Romhörigkeit. Es war vielmehr die Bildsprache der römisch-katholischen Kirche, die ihn sehr beeindruckte und die er auch in seinem Kreis einsetzte, sprich als Herrschaftsinstrument. [139]
Die große Bedeutung des Katholizismus wird in Georges Gedichten greifbar. So beschreibt er in „Der kindliche Kalender“ den Jahreskreislauf, der sich nach den kirchlichen Feiertagen richtet. [140] Diesen hat er während seiner Kindheit und Jugend in Bingen jährlich miterlebt und dies er hat ihn tief geprägt. Hier beschreibt er die mächtigen Eindrücke des Karfreitags [141], der Prozessionen [142] und der Sonnwendfeiern [143].
Verbunden mit dem Katholizismus war auch eine tiefe Mariengläubigkeit. [144] In seinem „kindlichen Kalender“ wird dies auch beschrieben. [145] Der Heiligen Jungfrau widmete er auch ein eigenes Gedicht. Im „Mariengedicht“ [146] zeigt er die Bedeutung der Heiligen Jungfrau für ihn auf. Weiters schreibt George nochmals von der Heiligen Jungfrau als er Papst Leo XIII. „[…] Hymnen An die holdselige Frau […]“ [147] singen lässt. Wohl beeindruckt vom tiefen Marienglauben Georges beschrieb Ernst Kantorowicz voll Schwärmerei die Arbeit der Zisterzienser und ihren Marienglauben. „Erst er [Bernhard de Clairvoux] hat dem Orden die schwärmerisch-verzückte Verehrung der Jungfrau eingehaucht, […].“ [148] Durch die Gedanken an die Jungfrau Maria inspiriert, sah Kantorowicz in den Zisterziensern den „[…] von der Jungfrau geleiteten Scharen etwas wie einen späten christlichen Nachglanz […] des ver sacrum [Heiliger Frühling] der Vorzeit.“ [149] Über diesen Orden hatten die Staufer eine Schutzfunktion und diesem Orden mit seiner strengen Mariengläubigkeit schloss sich auch Kaiser Friedrich II. persönlich an, als er „[…] in die Gebetsgemeinschaft der Cisterzienser [… aufgenommen wurde.].“ [150] George muss auch diese Stelle persönlich gesehen und gelesen haben, da „Publikationen von Autoren des George-Kreises [.] keine Privatsache; [sondern] eine ‚Staatsangelegenheit‘ sind […].“ [151] Schon Mitte der 1920er Jahre schien es für George immanent wichtig, das Andenken an Friedrich II. wieder aufleben zu lassen. [152]
Mit den staufischen Herrschern verband man im George Kreis auch den Gedanken des Kaisers als Beschirmer der Kirche in einer „Weltvogtei“ (Gundolf, Friedrich 1968: S. 139.). Friedrich II. gilt hier als der „geniale Kaiser“ (Gundolf, Friedrich 1968: S. 139), der diese „[…] Idee in voller Stärke vor [sich hatte] und hob sein Genie noch mehr durch ihren Glanz […].“ [153]
Es zeigt sich, dass sich der Gedanke an die mittelalterlichen Kaiser direkt mit dem Katholizismus und der Dichtkunst verbindet. So streicht Kantorowicz hervor, „[…] kein deutscher Dante ohne die Grossen der katholischen Kirche, ohne Stefan George … kein deutsches Caesarbild ohne Karolinger, Ottonen, Salier und insbesondere die Staufer.“ [154]
Stefan George beschrieb in seinem Gedicht „Leo XIII.“ das römische Papsttum. Hier wird der universelle Charakter seiner religiösen Vorstellungen deutlich. George betont besonders den universellen Segensspruch „urbi et orbi“. [155] Er spricht vom Papst als die „wahre[.] majestät“ (George, Stefan 1986: S. 20.) und „wirklichen Gesalbten“ (ebenda). Gestützt durch seinen ästhetischen Katholizismus dichtet George von „Erhabnen prunk[.] und göttlicher verwaltung […].“ [156]
Ernst Kantorowicz beschäftigt sich ebenfalls mit dem Bild des universellen Katholizismus. Er meint über das mittelalterliche Deutschland, es sei „[…] ein schöneres Deutschland [.], das nicht deutsch-national, sondern deutsch-römisch war, […].“ [157] So wird der universelle Charakter Deutschlands im Mittelalter hervorgestrichen. [158] Besonders in seinem Buch „Friedrich der Zweite“ versucht Kantorowicz eine „[…] geschichtliche Utopie eines römischwelthaften Deutschtums [zu entwerfen …].“ [159]
Im Schlusschor des „Stern des Bundes“ tritt eine machtvolle Anrufung Gottes hervor. Hier wird Gott als Bindeglied des Bundes ausgerufen. [160]

 

3.2. Die Königsgeschlechter – Friedrich und seine Vorfahren

Die Verehrung Friedrichs II. von Hohenstaufen ging bei Stefan George mit einher mit dem Kennenlernen der Stauffenberg Brüder. „For in them George saw a living connection to one of the most magnificent rulers Europe had ever witnessed and the one he probably admired the most: Frederick II of Hohenstaufen.“ [161] George glaubte, dass die Brüder direkt mit dem Stauferkaiser verwandt seien. [162]
Friedrich Wolters, Mitglied des Kreises, beschrieb die Vorfahren Friedrichs II. als „[..] vorbildliche[.] staatliche[.] Menschen […].“ [163] Kantorowicz stellt Kaiser Friedrich II. in eine direkte Erblinie mit den Ottonen und unterstreicht auch den Wunsch Friedrichs II. zu zeigen,
dass es nur ein Herrschergeschlecht gibt. [164] In dem vom George Kreis hoch gehaltenen Geheimen Deutschland „[…] wirken die Ottonen, Salier und Staufer fort […].“ [165] Friedrich II. wurde als der „größte[.] Friedrich“ [166] gesehen. Weiters verglich Friedrich Gundolf Friedrich II. mit Julius Caesar. Für Gundolf drückte er sich als „[…] der Weise, Gelehrte, Milde geschmückt mit den Gaben und Künsten des Friedens [aus].“ [167] Dies waren wichtige Charaktereigenschaften eines gütigen Herrschers im Mittelalter. Dazu führt er aus, dass Friedrich II. es am stärksten spürte, dass weltliche und geistliche Macht einander ergänzen. [168]
So sieht Gundolf Friedrich II. in einer Reihe mit Justinian und Karl dem Großen, die ihrer Kaiserwürde eine neue Gestalt gaben und sie aus den überkommenen antiken Vorstellungen herausholten. „Das Gemeinsame ist die Geistigkeit des Herrscherwillens.“ [169] Die Friedrichverehrung geht bis zu seiner Apotheose, wenn Friedrich Gundolf bemerkt, „[.an] all dem reifte und wuchs das reichste, geschmeidigste und kühnste Herrschergenie[,] das die Welt seit Cäsar gesehen [hatte]: Friedrich II. […].“ [170] Friedrichs Charaktereigenschaften werden denen eines Renaissancemenschen gleich gesetzt. [171] So spricht Gundolf davon, dass Friedrich „[…] hell und wach bis zum erleuchteten Verständnis der Mächte […sei].“ [172]
In seinem Buch „Das neue Reich“ beschrieb Stefan George poetisch „Goethes letzte Nacht in Italien“. Hier richtet Goethe eine Botschaft direkt an die Italiener. Diese sehen ihn als „Feind unsres vaterlands · opfrer an falschem altar“ [173]. George lässt Goethe aber sagen, dass bald wieder jemand kommen würde, der das Land anführt und einen tausendjährigen Frieden bringt. Hier wird es sich wohl um eine Gestalt, im Sinne eines Friedrichs II. von Hohenstaufen oder in weiterer Folge um einen neuen Kaiser Augustus handeln. Goethe spricht davon, dass sie werden „Knieen im staube ein weiteres tausendjahr Vor einem knaben den ihr zum gott erhebt.“ [174] Zum Gott wurde auch Augustus nach seinem Tod und bei Friedrich II. konnte man lange Zeit, nach seinem Ableben nicht glauben, dass er tot sei.
Ein weiteres Beispiel für den inhärenten Traum vom mittelalterlichen Königs- und Kaisertum kommt aus „Den Sprüchen an die Toten“ im „Neuen Reich“. Um das Volk aus dem „feigem erschlaffen“ [175] herauszuholen, soll „die königsstandarte“ [176] erscheinen. Hier tritt auch wieder der Kulturpessimismus im George Kreis auf. Die Sehnsucht nach einem mittelalterlichen Retter und einem Goldenen Zeitalter wird hier deutlich.
Im Gedicht „Der letzte der Getreuen“ wird von einem gebannten König gesprochen. Hier nimmt George direkt auf Friedrich II. Bezug. Dieser war bei seinem Kreuzzug im Heiligen Land gebannt. „Noch weilt der Eine ausser lands Drum ist auch mir die heimat leer Ich haus‘
als fremdlich nur in ihr Bei meines königs banne.“ [177] Weiters ruft der Ritter aus, dass er in seinem Dienst und seinem Ziel nur den Wunsch habe, für den König zu sterben. [178] So wurden im George Kreis ritterliche Tugenden vermittelt und die Treue zu den Staufern. Stefan George geht in seinem Gedicht „kindliches Königstum“ wieder direkt auf Friedrich II. ein. Hier wird in poetischer Form seine Kindheit beschrieben. [179] Eine Passage weist darauf hin, dass Kaiser Friedrich seinen Staat und seine Herrschaft schon vor seinem Deutschlandzug plante, wo er die Krone erhielt. [180] „[.] fernab in den niederungen […]“ [181] beschreibt das Königreich Sizilien. George erfasste es genau, dass sich dort normannische, byzantinische, römische und orientalische Tradition verband, als er schrieb: „In ihrem düster ward dir vorgesungen Die lust an fremder pracht und ferner tat.“ [182] Eine Textstelle [183] könnte direkt auf Walther von der Vogelweide verweisen, den Friedrich mit einem Lehen bedachte und ihm so den Unterhalt sicherte. [184] Wie im „letzten Getreuen“ wird auch hier der „süße Tod“ für den König thematisiert. [185] Im letzten Vers spricht George mit dem Farbspiel „weisse[s] banner“ (George, Stefan 2005: S. 69.) und „blaue wolke“ (ebenda) eine romantische Sehnsucht an. Das Weiß steht für die Reinheit und die Unschuld. Das Blau ist die Farbe der Romantik, in der man das Bild eines idealisierten Mittealters schuf, dem auch der George Kreis verbunden ist.
Ihre Treue zum deutschen Königs- und Kaisergeschlecht der Hohenstaufen, insbesondere zu Friedrich II., drückten die Mitglieder des George Kreises durch die Kranzniederlegung am Sarkophag Friedrichs II. zur 700 Jahre Feier der Universität Palermo aus. Der Kranz trug die Inschrift „SEINEN KAISERN UND HELDEN / DAS GEHEIME DEUTSCHLAND“ [186]. Am Grabe versammelten sich neun Mitglieder des George Kreises. [187]

 

3.3. Reichsmythos

Es zeigt sich bei den Staufern die Idee der universalen „römischen Weltherrschaft“ [188] . Dies wird von Friedrich Gundolf in seinem Buch „Ceasar“ thematisiert. Bei Barbarossa meint Gundolf, dass nicht mehr die Stadt Rom „Träger des Römergedanken“ [189] sei, sondern das ganze Reich. Es findet hier also ein Übergang vom antiken Polisdenken, dass die Stadt als Mittelpunkt des Reichs sieht, statt. Im Gegensatz dazu denkt der abendländische Geist Barbarossas schon über die Stadt als enge Grenze hinaus. Im Gedenken an das mittelalterliche Reich entwarf einer der bekanntesten Vertreter des George Kreises, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, seinen Kameraden bei einer Truppenübung am Rhein 1936 seine Gedanken vom Universalreich der Staufer. [190] So stand auch das ghibellinische Universalreich der Staufer im Mittelpunkt des George Kreises. Was sie faszinierte - es war „[…] die ghibellinische Idee, [.der] deutsche Reichsgedanken, in maximaler Reinheit [den Friedrich II. verkörperte].“ [191]
Mit seiner Dichtkunst wollte George „die Reichsmystik“ (Raulff, Ulrich 2009: S. 115.), die „[…] in den falschen Händen [lag]“ (Raulff, Ulrich 2009: S. 116.) retten. So zeigte sich, dass der Begriff des Reiches bei George in die Gedichte einfloss. [192] Wichtig erscheint hier das Gedicht „Die Gräber in Speier“ [193], wo George seinen Unmut über die Graböffnung 1900 offenbart. Für George muss dies besonders schlimm gewesen sein, da sich direkt in Speyer die Verbindung der Salier mit den Staufern zeigt. Es ist für ihn ein nationales Heiligtum. Hier geht George nicht nur auf die Staufer, sondern auch auf die Habsburger ein. [194] George meint, dass er wie den Staufern auch dem letzten Kaisergeschlecht, den Habsburgern, in Treue verbunden war. [195] Die Staufer aber sind da höchste Königsgeschlecht.196 Im „Grösste[n] Friedrich“ [197] vereinen sich in seinem Reich die Tradition der Römer und des Orients. Dieser ordnet sich in die Reichstradition der Karolinger und Ottonen ein und erweitert sie noch. Das Reich Friedrichs wird als Bindeglied zwischen den Kulturen gesehen. [198] Ein Reich, das in der Erinnerung des „Geheimen Deutschlands“ noch immer fortbesteht.

 

4. Schlussfolgerung

Im Geheimen Deutschland, den Ghibellinen des 20. Jahrhunderts, wurde das Idealbild eines aufgeklärten mittelalterlichen Herrschers Friedrich stark gefördert. Er galt für sie als ein Vorläufer der Renaissancemenschen – hell wach und geistig unruhig. Die Verbindung des Reichs mit dem römisch-katholischen Christentum war von immanenter Bedeutung. Dieser sakrale Charakter wurde durch Barbarossa durch die Hinzufügung „sacrum“ weiter hervorgestrichen. Die Staufer bauten die „Heiligkeit“ und die transzendente Herrschaftslegitimierung weiter aus. Mit der Erhebung Karls des Großen zum Reichsheiligen wurde auch das Kaisertum der Staufer gestärkt. Speyer und Aachen sollte die Kontinuität eines einzelnen Herrschergeschlechts darstellen, dessen Endpunkt die Staufer waren. Diese Vorstellung des Endkaisertums wurde bei Friedrich II. durch die Herrschaft über Jerusalem unterstrichen.
Um ihre Schirmherrschaft über den Glauben zu verdeutlichen, nahmen sich die Staufer dem Schutz der Zisterzienser an, dessen Mitglied Friedrich II. wurde. Der Hof Friedrichs II. zeigte sich als intellektuelles Zentrum der damaligen mittelalterlichen Welt. Er half neues Wissen europaweit zu verbreiten. So traten durch den Künstler- und Dichterhof Friedrichs Neuerungen in der Mathematik, der Jagd, der Medizin und der Rechtswissenschaft ein. Weiters war sein Hof ein Mittelpunkt der Pflege der höfischen Ideale der Zeit.
Im George Kreis treffen wir nach dieser abschließenden Reflexion der Herrschaft Friedrichs, auf den Gedanken des Universalismus von Kaisertum, Reich und Religion. Im Kreis verbindet sich durch George die Antike mit dem Abendland in Form der römischkatholischen Religion. Die starke Mariengläubigkeit Georges wirkt sich auch auf seine Jünger aus. So streicht Kantorowicz in seinem Buch „Kaiser Friedrich der Zweite“ die Mariengläubigkeit der Zisterzienser romantisch verklärend hervor.
Das Papsttum und das Kaisertum sind bei George kein Gegensatz. Das alte Streit zwischen sacerdotium und imperium wird bei George aufgelöst. Papsttum und Kaisertum sind als Schutz des universellen Reichsgedankens zu sehen. Bei beiden wird in den Gedichten auf ihren Charakter für das Heil der Menschen hingewiesen.
In diesem deutschen Weltkaisertum entdeckt Ernst Kantorowicz das einmalige universelle und nicht völkisch besetzte Deutschtum. Das universelle deutsche Kaisertum drückt sich im George Kreis mit der Mitteleuropaidee aus. Deutschland solle über diesen zentralen Raum mit Kunst und Kultur herrschen, nicht durch Krieg.
Im George Kreis treffen wir, wie bei Friedrich II., auf eine einzige Erblinie von den Karolingern herauf bis zu den Staufern. Das einzige Weltkaisertum durch ein Herrschergeschlecht wird also unterstrichen. Die Staufer sind das höchste Herrschergeschlecht dieser langen Kette. Besonders hoher Wert wird auf den internationalen Charakter Friedrichs und seines Hofes gelegt. Als ähnliche Gemeinschaft von internationalen, universellen Charakter sah sich auch der George Kreis.
So diente der Kreis der romantischen Verklärung des Mittelalters und seiner Herrscher. Das damalige Deutschland der Weimarer Republik sollte abseits der, von George verachteten, Demokratie profitieren. Kunst, Wissenschaft und Universalismus sollten durch den Gedanken an Friedrich II. auch im Deutschen Reich des 20. Jahrhunderts aufleben.

 

5. Bibliographie

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Lektüretipp:

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Die Staufer,


9. Auflage , Stuttgart 2010.


Fried, Johannes/Kailer, Thomas (Hrsg.) 2003: Wissenskulturen. Beiträge zu einem forschungsstrategischen Konzept. Berlin.
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Lektüretipp:

Ernst Hartwig Kantorowicz:

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Lektüretipp:

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Zum Autor:

Mag. phil. Matthias Spindler (Jg. 1985) hat Politikwissenschaft und Geschichte an der Universität Wien studiert. Z. Z. ist er dort Doktorand im Fach Geschichte.

Seine Magisterarbeit trägt den Titel "Die Entstehung des modernen Staates in Preußen" und ist im Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2010 erschienen.
Die Arbeit kann ebenfalls über die Internetseite der Universität Wien abgerufen werden.

 

Lektüretipp:

Stefan Gorge:

Gesamtausgabe der Werke.
Faksimile und Volltext

Berlin 2004.

Anmerkungen

[1] Die tiefe Sehnsucht nach einem Goldenen Zeitalter beschreibt auch Ernst Kantorowicz in seinem Buch über Kaiser Friedrich II. Er rezitiert Vergil-Verse: „[…]: als ein Göttersohn werde er lachend das Licht erblicken, werde dem Erdenrund Frieden bringen und das goldne Zeitalter, das Reich des Apoll wiederheraufführen. […] Diese vergilische Heilandsverskündung gab Stoff und Stimmung her für den Sang, mit dem ein kampanischer Dichter, Petrus von Eboli, die Geburt von Kaiser Heinrichs VI. einzigem Sohn [Friedrich II.] überschwe[ä]nglich feierte.“ (Kantorowicz, Ernst H. 2010: S. 11.)

[2] Als Risorgimento bezeichnet man die Bewegung zur Begründung eines italienischen Nationalstaates und zur Rekonstitution der italienischen Größe in der Welt. Man meinte, dass dieses nur erstehen kann, wenn man die päpstliche Herrschaft beseitigt. Hier diente Friedrich II. als Symbolfigur. Vgl.: Houben, Hubert 2008: S. 212. Diese werden auch im Sinne der staufischen Parteigänger „Neughibellinen“ (Houben, Hubert 2008: S. 212.) genannt. Hier gibt es jedoch Unterschiede in der Forschung. Odilio Engels sieht dies anders: „Die Bewegung des Risorgimento jedoch sah ihn als ein Mitglied des Stauferhauses von der deutschen Nationalgeschichte besetzt. Das genügte, um auch ihn zusammen mit den älteren Staufern in die Rolle des Okkupanten zu versetzen, […].“ (Engels, Odilo 2010: S. 200.)

[3] „Aus Deutschland werde, wie schon mehrfach in der Geschichte (Völkerwanderung, Imperium Sacrum, Reformation und Klassik), wieder eine erneuernde Erschütterung kommen, des Erdteils Herz solle die Welt erreichen. Diese Wirkung gehe von Stefan George aus: Er als Dichter und Seher […].“ (Hoffmann, Peter 2008: S. 122.) Dies ist ein Auszug der Rede von Graf Woldemar von Üxküll (eines Freundes Stefan Georges) vor den Studenten der Universität Tübingen zum 65. Geburtstag Stefan Georges.

[4] „Stefan George suchte die deutsche Dichtung nach den Vorbildern Pindar und Hölderlin zu erneuern und bildete der Kunst gewidmete Kreise Gleichaltriger und Jüngerer im Geiste des platonischen ‚Staat‘.“ (Hoffmann, Peter 2008: S. 48.)

[5] Grünewald, Eckhart 1982: S. 63.

[6] „Das ‚Geheime Deutschland‘ ist deutbar als eine Gruppe von Personen, die dieses verkörpern oder verheißen, zugleich als Vision eines Deutschland, das eine ‚innerliche Einheit‘ nach Vorstellungen Stefan Georges darstellt; schließlich wird dieser Begriff auch synonym gebraucht für den George-Kreis, […].“ (Grünewald, Eckhart 1982: S. 76.) Im Sinne Kantorowiczs ist als Vorbemerkung zum Geheimen Deutschland zu sagen: „Es ist ein Seelenreich, in welchem immerdar die gleichen deutschesten Kaiser eigensten Ranges und eigenster Artung herrschen und thronen, […].“ (Kantorowicz, Ernst: S. 151. In: Bräuninger, Werner 2002.)

[7] Kantorowicz, Ernst: S. 154. In: Bräuninger, Werner 2002.

[8] Vgl.: Weißmann, Karlheinz/Mohler, Armin 2005: S. 131.

[9] „Man sagt diesem Herrscher [Friedrich II.] gerne nach, das Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus vorweggenommen zu haben, […].“ (Engels, Odilo 2010: S. 188.) Dass einige Merkmale des aufgeklärten Absolutismus [zB in der Verwaltung] vorhanden waren, stellt auch Eberhard Horst fest. Vgl.: Horst, Eberhard 1975: S. 344.

[10] Matthias Paris: geboren 1200, gestorben 1259. Sein berühmtestes Werk ist die „Chronica Maiora“. Vgl.: Lexikon des Mittelalters VI 1993: S. 399.

[11] Houben, Hubert 2008: S. 193.

[12] Houben, Hubert 2008: S. 193.

[13] „Seit dem 4./5. Jahrhundert sind ‚Sybillensprüche‘ (in denen die Tradition der antiken Orakel in christlichen Gewande weitergeführt wurde) von einem ‚Endkaiser‘ überliefert.“ (Gloger, Bruno 1973: S. 187.) So meinte man, dass das Orakel von Eryträa „[…] über Friedrich II. weissagte […]: Er stirbt im Verborgenen und wird weiterleben. Unter den Völkern wird man sprechen ‚Er lebt, und lebt doch nicht [vivit et non vivit].“ (Gloger, Bruno 1973: S. 195.)

[14] Grünewald, Eckhart 1982: S. 80.

[15] Durch den siegreichen Feldzug gegen die Langobarden in Italien war Pippin, König der Franken, in der Lage, dem Bischof von Rom Teile Italiens zu schenken und „das neue ‚Patrimonium Petri“ (Winkler, Heinrich August 2009: S. 43.) zu begründen.

[16] Winkler, Heinrich August 2009: S. 46.

[17] Winkler, Heinrich August 2009: S. 44.

[18] Winkler, Heinrich August 2009: S. 44.

[19] „Sein Wunsch war, aus Aachen ein ‚christliches Athen‘ zu machen.“ (Friedell, Egon 2008: S. 789.)

[20] Winkler, Heinrich August 2009: S. 44.

[21] Engels, Odilo 2010: S. 54.

[22] Friedell, Egon 2008: S. 1320.

[23] Vgl.: Rader, Olaf B. 2011: S. 73.

[24] „Das mittelalterliche Reich war kein neues, sondern das alte, das Römische Reich: […].“ (Winkler, Heinrich August 2009: S. 47.)

[25] Otto von Freising: geboren ca. 1112, gestorben 1158. Er war Zisterzienser und am 2. Kreuzzug in Jerusalem 1146/47. Sein bekanntestes Werk ist die „Chronik“. Hier beginnt er mit der Geschichtsschreibung bei der Schöpfung und geht bis zum Jüngsten Gericht. Vgl.: Lexikon des Mittelalters VI 1993: S. 1581 f. „Die Staufer werden [bei Otto von Freising] als Vorbereiter und Träger eines neuen Aufstiegs hin zu einer Friedenszeit gezeichnet.“ (Lexikon des Mittelalters VI 1993: S. 1582.)

[26] „Das Römische Reich war das vierte der Weltreiche. Vorausgegangen waren ihm das babylonische, das medisch-persische und das makedonische Weltreich.“ (Winkler, Heinrich August 2009: S. 47.)

[27] Winkler, Heinrich August 2009: S. 46.

[28]  „Seit der Zeit Friedrichs I. Barbarossa (1152-1190) trug es das Adjektiv sacrum […].“ (Rader, Olaf B. 2011: S. 130.)

[29] Engels, Odilo 2010: S. 153.

[30] Vgl.: Engels, Odilo 2010: S. 151 f. „Mit seiner Erlaubnis [des Papstes Innocenz III.] wählten dann einige süd- und mitteldeutsche Fürsten den einzigen noch lebenden Staufer im Sommer 1211 in Bamberg (?) zum künftigen Kaiser.“ (Engels, Odilo 2010: S. 151 f.)

[31] Rader, Olaf B. 2011: S. 81.

[32] Rader, Olaf B. 2011: S. 127.

[33] Rader, Olaf B. 2011: S. 309.

[34] „Seit den Staufern war auf den Fahnen der Täter und imperialen Reichsgründer das konstantinische XP erloschen.“ (L’Ormeau, F. W. 1953: S. 20.)

[35] „Seither hatte er [Augustus/Octavian] verschiedene Verwandlungen durchlaufen; die letzte Verwandlung machte ihn zu einer fortdauernden Legende und zu einem Gott.“ (Southern, Pat 2005: S. 243.)

[36] So ist festzustellen, dass eine „[.] seit 1236 systematisch betriebene Selbstvergottung, mehr aber noch die Dämonisierung Friedrichs II. durch seine Feinde und durch papstfreundliche Interpreten […stattfand].“ (Gloger, Bruno 1973: S. 179.)

[37] Fried, Johannes: S. 177. In: Fried, Johannes/Kailer, Thomas (Hrsg.) 2003.

[38] Vgl.: Engels, Odilo 2010: S. 95.

[39] Engels, Odilo 2010: S. 152.

[40] Engels, Odilo 2010: S. 156.

[41] Vgl.: Engels, Odilo 2010: S. 156.

[42] „Tatsächlich bezeichnete man die Stauferbrüder auch etwas später als die Träger des Saliergeschlechts oder als Waiblinger, da Waiblingen als der ursprüngliche Stammsitz der Salier angesehen wurde.“ (Engels, Odilo 2010: S. 33.)

[43] Es zeigt sich, dass „[…] jegliche Machtsteigerung in einer Anlehnung an das salische Kaiserhaus zu suchen [war].“ (Engels, Odilo 2010: S. 21.)

[44] 1072 lehnte sich eine Adelsopposition gegen Heinrich IV. auf. Darunter war auch der damalige Herzog von Schwaben, Rudolf. Mit dem Gang nach Canossa 1077 und der Aussöhnung mit dem Papst konnte sich Heinrich IV. ganz den Herrschaftsproblemen im deutschen Teil des Reiches widmen. Er erklärte die Lehnen der Anführer des Aufstandes für verloren und übertrug das schwäbische Herzogtum auf die Staufer. Vgl.: Engels, Odilo 2010: S. 14 f.

[45] Houben, Hubert 2008: S. 154.

[46] Vgl.: Engels, Odilo 2010: S. 33. „Die Übertragung des Herzogsamtes und die damit verbundene Heirat mit einer Kaisertochter brachten den Staufern einen sozialen Aufstieg, der sie in die vorderste Linie der Reichsfürsten stellte.“ (Engels, Odilo 2010: S. 17.)

[47] Zur Vertragserneuerung gegen das normannische Königsreich auf Sizilien schickte Konrad III. seine Schwägerin Bertha von Sulzbach nach Byzanz, den Kaisersohn Manuel zu ehelichen. Vgl: Engels, Odilo 2010: S. 41.

[48] Engels, Odilo 2010: S. 151.

[49] Engels, Odilo 2010: S. 76.

[50] Vgl.: Engels, Odilo 2010: S. 68.

[51] Es zeigt sich, dass „[.] Rom die rechtliche Wurzel für jeglichen kaiserlichen Anspruch [war …].“ (Engels, Odilo 2010: S. 77.)

[52] Vgl.: Engels, Odilo 2010: S. 77.

[53] Engels, Odilo 2010: S. 85.

[54] „Die Kanonisation des ersten mittelalterlichen Kaisers, sanktioniert durch den kaiserlichen Gegenpapst Paschal III., war freilich ein Akt von höchster politischer Tragweite hinsichtlich der Stellung des Staufers im Schisma […] Karl der Große, den auch die Tradition des französischen Königtums als Ahnherrn beanspruchte, wurde damit demonstrativ als Reichsheiliger proklamiert.“ (Opll, Ferdinand 2009: S. 93.)

[55] Engels, Odilo 2010: S. 88.

[56] Vgl.: Engels, Odilo 2010: S. 12.

[57] „Schon 1102 hatte Friedrich I. sein Hauskloster Lorch dem Papst zu eigen aufgetragen, um für das Kloster den päpstlichen Schutz zu erhalten; […].“ (Engels, Odilo 2010: S. 24.)

[58] Vgl.: Engels, Odilo 2010: S. 53.

[59] „Besonders nahe habe dem Herrscher der Zisterzienserorden gestanden, in dessen Gebetsgemeinschaft er schon 1215 nach einem sehr persönlich gehaltenen Brief an das Generalkapitel aufgenommen wurde […].“ (Houben, Hubert 2008: S. 151 f.)

[60] Rader, Olaf B. 2011: S. 171.

[61] „Kurz darauf [auf die Königskrönung 1215] heftete sich der König ein Kreuz an seine Schulter.“ (Rader, Olaf B. 2011: S. 379.)

[62] „Wie schon bei der Krönung zum König in Aachen 1215 nahm Friedrich erneut, nun als Kaiser, das Kreuz, […].“ (Rader, Olaf B. 2011: S. 120.)

[63] Rader, Olaf B. 2011: S. 380.

[64] „Gemäß dem Vertrag trat Sultan al-Malik al-Kamil kampflos die Orte Jerusalem, Nazareth und Bethlehem an Friedrich ab.“ (Rader, Olaf B. 2011: S. 389.)

[65] „Nun kontrollierte er [Augustus] den gesamten Staat, einschließlich der Religion, […].“ (Southern, Pat 2005: S. 206.)

[66] Rader, Olaf B. 2011: S. 119.

[67] Friedrich II. war dem Orden der Zisterzienser sehr verbunden. Besonders tief schien ihn die Verbindung von Arbeit und Glauben beeindruckt zu haben. Die Klöster waren aber auch ein Mittel der Landnahme. So wie Friedrich II. dem Deutschen Orden unter Hermann von Salza das Land der Pruzzen durch die Goldbulle von Rimini zuwies, förderte er auch die Zisterzienser. Vgl.: Kantorowicz, Ernst H. 2010: S. 70.

[68] Vgl.: Kantorowicz, Ernst H. 2010: S. 70.

[69] Kantorowicz, Ernst H. 2010: S. 390 f.

[70] So soll Konstantin vor der Schlacht an der Milvischen Brücke 312 ein Engel erschienen sein, der ihm den Sieg verkündete. „Während der Kaiser aber so betete …, erschien ihm ein ganz unglaubliches Gotteszeichen … Um die Mittagszeit habe er, so sagte der Kaiser, mit eigenen Augen oben am Himmel über der Sonne das Siegeszeichen des Kreuzes aus Licht gebildet und dabei die Worte: ‚Durch dieses [Zeichen] siege!‘ [In hoc signo vinces] Stauen aber habe bei diesem Gesichte ihn und das ganze Heer ergriffen.“ (Eusebius, Über das Leben des Kaisers Konstantin, I, 28, S. 25. Zitat nach: Norwich, John J. 2008: S. 23.)

[71] Die oftmals zitierte Annahme, dass Theodosisus das Christentum als Staatsreligion eingeführt hat, ist nicht richtig. 391 erließ er ein Gesetz das die öffentliche Opferung zur Ehren heidnischer Gottheiten untersagte und 392 folgte das Verbot der privaten Huldigungen paganer Götter. Vgl.: Leppin, Hartmut: S. 37. In: Meier, Mischa (Hrsg.) 2007.

[72] „[…] Schon als König in den Jahren 1213 und 1219 sowie 1220 im funkelnden Ornat des gekrönten Kaisers hat er solche [Gesetze gegen Ketzerei] erlassen. 1224 und 1231 in den Konstitutionen von Melfi, ferner 1232, 1238 und 1239 gab er Gesetze gegen Häretiker in die Welt.“ (Rader, Olaf B. 2011: S. 190 f.)

[73] Diese Auffassung stammt aus der Spätantike. „Mit Kaiser Konstantin findet Rom zum Christentum. […] So folgt auf die Herrschaft des Konstantios (337-361) mit ihren drakonischen Maßnahmen gegen das Heidentum eine Zeit der Nachsicht, der dann Theodosius der Große ab 391 ein Ende setzt – seit 392 wird das Heidentum als Majestätsbeleidigung eingestuft.“ (Ducellier, Allain/Kaplan, Michel: S. 29 f. In: Ducellier, Allain (Hrsg.) 1990.)

[74] Vgl.: Rader, Olaf B. 2011: S. 191.

[75] Vgl.: Großbongardt, Annette: S. 25. In: Großbongardt, Annette/Pieper, Dietmar (Hrsg.) 2010.

[76] Friedell, Egon 2008: S. 150.

[77] Rader, Olaf B. 2011: S. 295.

[78] „Unter Roger war Palermo ein Mittelpunkt der verschiedenen Kulturen Siziliens. Neben der griechischen, lateinischen und arabischen muß auch die hebräische erwähnt werden.“ (Houben, Hubert 2010: S. 115.)

[79] „Voraussetzung dieser aus so vielen Quellen gespeisten Kultur sei die geographische und verkehrsmäßige Lage Siziliens im Schnittpunkt griechischer, arabischer und römischer Einflüsse gewesen.“ ( Abulafia, David 1991: S. 248.)

[80] „Die großen Königshöfe wie der Kaiser Friedrichs II. beispielsweise können auch als Zentren der Weitervermittlung mittelalterlicher Gelehrsamkeit nicht überschätzt werden.“ (Dirlmeier, Ulf/Fouquet, Gerhard/Fuhrmann, Bernd 2003: S. 81.)

[81] Fried, Johannes: S. 177. In: Fried, Johannes/Kailer, Thomas (Hrsg.) 2003.

[82] Fried, Johannes: S. 177. In: Fried, Johannes/Kailer, Thomas (Hrsg.) 2003.

[83] Fried, Johannes: S. 181. In: Fried, Johannes/Kailer, Thomas (Hrsg.) 2003.

[84] Vgl.: Fried, Johannes: S. 181. In: Fried, Johannes/Kailer, Thomas(Hrsg.) 2003.

[85] „Er [Gaius Maecenas, ein wichtiger Freund Octavians] zog einen Kreis von literarischen und wissenschaftlichen Autoren an und nutzte seinen Einfluss für die Sache des Augustus – doch nicht nur, um diesen einen zu erhöhen, sondern zur Ehre und zum Nutzen des ganzen Staates.“ (Southern, Pat 2005: S. 102.)

[86] Rader, Olaf B. 2011: S. 68.

[87] Houben, Hubert 2008: S. 112. Hierzu siehe auch: Fried, Johannes: S. 179. In: Fried, Johannes/Kailer, Thomas (Hrsg.) 2003.

[88] Rader, Olaf B. 2011: S. 292.

[89] Dirlmeier, Ulf/Fouquet, Gerhard/Fuhrmann, Bernd 2003: S. 86.

[90] Houben, Hubert 2008: S. 142.

[91] „Der vielsprachige Hofgelehrte [Theodor von Antiochia] übertrug um 1240 den sogenannten Moamin, einen Traktat über Beizvögel und Hunde, aus dem Arabischen ins Lateinische.“ (Dirlmeier, Ulf/Fouquet, Gerhard/Fuhrmann, Bernd 2003: S. 86.)

[92] Rader, Olaf B. 2011: S. 296.

[93] „Er setzt Schonzeiten für die Jagd fest, kümmert sich um die Bekämpfung von Tierkrankheiten und Plagen.“ (Horst, Eberhard 1975: S. 166.)

[94] Leonardo Fibonacci: geboren ca 1170 oder 1180, gestorben 1240. Er war Kaufmann und erster großer Mathematiker des Abendlandes. Er brachte das indisch-arabische Ziffernrechnen nach Europa und beschäftigte sich mit unbestimmten Gleichungen 1. bis 3. Grades. Vgl.: Lexikon des Mittelalters V 1991: S. 1893 f.

[95] Vgl.: Houben, Hubert 2008: S. 145.

[96] Es ist hier festzustellen, dass „[…] die abendländische Mathematik [ihm] die Einführung der Null verdankt, […].“ (Rader, Olaf B. 2011: S. 284.)

[97] Fried, Johannes: S. 179. In: Fried, Johannes/Kailer, Thomas (Hrsg.) 2003.

[98] Vgl.: Houben, Hubert 2008: S. 146 f.

[99] „Auch durch dieses Werk [Liber Introductorus – Buch der Einführung] wird das außergewöhnliche Interesse des Kaisers an den Wissenschaftsfragen seiner Zeit offenbar, denn Michael [Scotus] behandelte grundlegende Themen und Fragen über Erde, Wasser, Wind und begab sich ferner auf die Felder der Astronomie, Astrologie, Meteorologie, Medizin, Musik und Komputistik.“ (Rader, Olaf B. 2011: S. 280.)

[100] Houben, Hubert 2008: S. 147.

[101] Vgl.: Houben, Hubert 2008: S. 149.

[102] Horst, Eberhard 1975: S 201.

[103] Houben, Hubert 2008: S. 149.

[104] Dante Alighiere: geboren 1265, gestorben 1321. Er studierte intensiv die abendländische Philosophie z. B. Thomas von Aquino, Boethius und Albertus Magnus. Sein bekanntestes Werk ist die „Göttliche Komödie“ (Divina Commedia). Er beschreibt hier die Hölle, das Fegefeuer und den Himmel mit ihren verschiedenen Kreisen. Vgl.: Lexikon des Mittelalters III 1986: S. 544 bis 563.

[105] Horst, Eberhard 1975: S. 202.

[106] „Dante feierte dieses Geschehen als Durchbruch des Humanum an Friedrichs Hof, als die Geburtsstunde der volkssprachlichen Dichtung Italiens, als ‚heroische‘ Tat des Caesars und seines Sohnes Manfred […]. Deshalb heißt die Sprache, in der die Italiener dichteten, sicilianum, […].“ (Fried, Johannes: S. 180. In: Fried, Johannes/Kailer, Thomas (Hrsg.) 2003.)

[107] „Der überwiegende Anteil der Adeligen an der Dichtung entsprach dem Vorrang der ritterlichen Kultur. [...] [Denn er .] bezeichnet in den Konstitutionen die Ritterschaft ausdrücklich als das Fundament jeglicher Würde (dignitatis cuiuslibet fundamentum).“ (Horst, Eberhard 1975: S. 206.)

[108] Rader, Olaf B. 2011: S. 149.

[109] Thomas von Aquin/Aquino: ca 1224/1225, gestorben 1274. Er war Mitglied der Dominikaner. Seine Ethik ist aristotelisch beeinflusst, jedoch führt er daraus neue Erkenntnis. Sein wichtigstes Werk ist die „Summa theologiae“. Vgl.: Lexikon des Mittelalters VIII: S. 706 bis 710.

[110] Salerno war schon seit der Zeit seines Großvater mütterlicherseits, König Rogers II., eine bedeutende Schule der Medizin.“ „Der hohen Schule von Salerno, der ältesten und berühmtesten im ganzen Abendlande, widmete König Roger II. eine besondere Sorgfalt. Die ausgezeichnetsten lateinischen, arabischen und jüdischen Gelehrten im Fach der Medizin unterrichteten daselbst die wißbegierige Jugend.“ (Schack, Adolf Friedrich Graf von 1889: S. 158.)

[111] „Medizin wurde weiterhin in Salerno gelehrt, dem für dieses Fach traditionellen Ort.“ (Dirlmeier, Ulf/Fouquet, Gerhard/Fuhrmann, Bernd 2003: S. 97.)

[112] „Danach muß der werdende Arzt drei Jahre Logik und fünf Jahre Medizin studieren wobei das Studium des Hippokrates, der Nachweis anatomischer und chirurgischer Kenntnisse unerläßlich ist.“ (Horst, Eberhard 1975: S. 167.)

[113] Die Jungkonservativen maßen Deutschland einen„[…] historisch begründete[n] Führungsanspruch [.] auf dem Kontinent [bei].“ (Weißmann, Karlheinz/Mohler, Armin 2005: S. 131.)

[114] Weißmann, Karlheinz/Mohler, Armin 2005: 129.

[115] Vgl.: Weißmann, Karlheinz/Mohler, Armin 2005: S. 128.

[116] Der Historiker und Mitglied des George Kreises, Friedrich Gundolf, spricht bei den staufischen Kaisern von „[…] staufischen Glanz- und Geistkaiser[n].“ (Gundolf, Friedrich 1968: S. 86.)

[117] „Interessant ist außerdem, daß anhand der thematisierten Figuren zahlreiche Traditionen anzitiert und zusammengeführt werden, vor allen literarische Traditionen (u.a. Dante, Goethe, Mallarmé, Verlaine), antike römische (Porta Nigra) und griechische (Pente Pigade) Tradition, deutsche Reichstradition (Die Gräber in Speier) und Katholizismus (Leo XIII).“ (Gretz, Daniela 2007: S. 167.)

]118] „Durch lautes Lesen werden neue Mitglieder initiiert. Das laute Lesen ist vor allem sinnvoll als Lesen für den andern.“ (Braungart, Wolfgang 1997: S. 155.)

[119] Vgl.: Braungart, Wolfgang 1997: S. 154.

[120] Weber, Frank 1989: S. 162.

[121] George, Stefan 1965: S. 84.

[122] Braungart, Wolfgang 1997: S. 167.

[123] „[… die] Geschichte des Kreises [Friedrich Wolters] betont schon die Bedeutung des rheinischen Katholizismus für George und seine katholische Sozialisation nachdrücklich.“ (Braungart, Wolfgang 1997: S. 24.)

[124] Es zeigt sich „[. die] Bedeutung der Kreisbildung und der Wille zur Lehre und zur Herrschaft im Kreis, […].“ (Braungart, Wolfgang 1997: S. 103.)

[125] Petrow, Michael 1995: S. 127.

[126] „Wie sehr George dem Katholizismus verbunden war, daran hat er selbst nie einen Zweifel gelassen, […].“ (Braungart, Wolfgang 1997: S. 196.)

[127] Vgl.: L’Ormeau, F. W. 1953: S. 8.

[128] Karlauf, Thomas 2008: S. 64.

[129] Frei nach Novalis sah es auch George, dass „[…] alle Jugend [.] antik [sei …].“ (L’Ormeu, F. W. 1953: S. 50.

[130] Braungart, Wolfgang 1997: S. 233.

[131] Braungart, Wolfgang 1997: S. 233.

[132] Vgl.: L’Ormeau, F. W. 1953: S. 48 und 89.

[133] „So wurde Christus sehr verschieden gesehen. Dem ephebenhaften Christusbild der frühen Jahrhunderte folgt die Schau des sieghaften, männlichen Königs, wie wir ihn aus dem ‚Heliand‘ oder den romanischen Darstellungen kennen: noch am Kreuz erscheint der Heiland aufrechten Hauptes, die Arme in wa[a]grechter Haltung geweitet.“ (L’Ormeau, F. W. 1953: S. 49.)

[134] Vgl.: L’Ormeau, F. W. 1953: S. 49.

[135] „Sein Konzept des Dichters [war das des .] Priester-Führer[s] einer Elite, […].“ (Braungart, Wolfgang 1997: S. 37.)

[136] Braungart, Wolfgang 1997: S. 182.

[137] „Denn die ästhetische Distanzierung der Masse und der Gesellschaft wird im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zu einem wichtigen Ideologem der europäischen Kulturkritik. In dieser Weise wird sie auch von George aufgenommen, für den dieses Ideologem eine besondere Bedeutung hatte. Es blieb also nicht bei den Ritualen der ästhetischen Selbstinszenierung, auch in Frankreich [u. a. Baudelaire, Verlaine und Mallarmé] nicht. Der Renouveau catholique des ausgehenden Jahrhunderts wurde ja vor allem von Schriftstellern getragen.“ (Braungart, Wolfgang 1997: S. 9.)

[138] „Ästhetischer Katholizismus: dies ist George Position geblieben.“ (Braungart, Wolfgang 1997: S. 203.)

[139] „Darin beanspruchte er genau das, was die Faszination des römischen Katholizismus ausmachte: ein anschauliches, ästhetisch-religiöses System mit dem Anschein von Objektivität und mit sozialer Bindekraft zu sein, das George zu einer eigenen Gemeinde, zu seinem ‚Staat‘, seiner ‚Kirche‘, wie Kommerell [Mitglied des Kreises] in seiner Kritik sagt, ausbaute.“ (Braungart, Wolfgang 1997: S. 183.)

[140] Vgl.: Braungart, Wolfgang 1997: S. 195.

[141] „Am Karfreitag lagen wird · nachdem der pfarrer und messner vorangegangen waren · der länge nach ausgestreckt auf dem chor und küssten das niedergelegte Heilige Kreuz. (George, Stefan 1998: S. 14.)

[142] „Mitte august begleiteten wir die auf einem gerüst getragene bildsäule des Stadt-Heiligen von der kirche zur bergkapelle. Er war in einen dunkelpurpurnen samtmantel gekleidet und um seine schultern hingen die ersten reifenden trauben.“ (George, Stefan 1998: S. 15.)

[143] „An Johanni sammelten wir von haus zu haus holz und reisig. […] Nach einbruch der dunkelheit wurde es entzündet und wir liebten es unsere arme in die freie züngelnde flamme zu schnellen.“ (George, Stefan 1998: S. 15.)

[144] „Die auch in Bingen sehr populäre Marien-Verehrung nahm überhaupt im 19. Jahrhundert wieder stark zu.“ (Braungart, Wolfgang 1997: S. 199.)

[145] „Im monat der Maria gingen wir des abends mit kränzen und grossen fliederbüschen zur kapelle um das bild der himmelskönigin zu schmücken.“ (George, Stefan 1998: S. 14 f.)

[146] „Lilie der auen! Herrin im rosenhag! Gib dass ich mich freu · Dass ich mich erneue An deinem gnadenreichen krönungstag. Mutter du vom licht · Milde frau der frauen · Weise deine güte Kindlichem gemüte Das mit geäst und moos dein bild umflicht. Frau vom guten rat! Wenn ich voll vertrauen Wenn ich ohne sünde Deine macht verkünde: Schenkst du mir worum ich lange bat?“ (George, Stefan 1991: S. 67.)

[147] George, Stefan 1986: S. 20.

[148] Kantorowicz, Ernst H. 2010: S. 69.

[149] Kantorowicz, Ernst H. 2010: S. 70.

[150] Kantorowicz, Ernst H. 2010: S. 70.

[151] Grünewald, Eckhart 1982: S. 149.

[152] Vgl.: Norton, Robert E. 2002: S. 663.

[153] Gundolf, Friedrich 1968: S. 139.

[154] Kantorowicz, Ernst: S. 154. In: Bräuninger, Werner 2002.

[155] „[…] Dem ganzen erdball seinen segen spendet: So sinken wir als gläubige zu boden […].“ (George, Stefan 1986: S. 21.)

[156] George, Stefan 1986: S. 20.

[157] Grünewald, Eckhart 1982: S. 132.

[158] „So hat neben Italien, Frankreich, Spanien, England ‚auch das deutsche Volk zu seiner Stunde das Papsttum besetzt … Denn einmal [ein ist im Originaltext kursiv] schon ist auch Deutschland ‚römisch‘, das heißt:: universal und welthaltig gewesen.“ (Grünewald, Eckhart 1982: S. 133.)

[159] Petrow, Michael 1995: S. 124.

[160] „Gottes Pfad ist uns geweitet [im Text groß] Gottes land ist uns bestimmt Gottes krieg ist uns entzündet Gottes kranz ist uns erkannt. Gottes ruh in unsren herzen Gottes kraft in unsrer brust Gottes zorn auf unsren stirnen Gottes brunst auf unsrem mund. Gottes band hat uns umschlossen Gottes blitz hat uns durchglüht Gottes heil ist uns ergossen Gottes glück ist uns erblüht.“ (George, Stefan 1965: S. 114.)

[161] Norton, Robert E. 2002: S. 660.

[162] Vgl.: Norton, Robert E. 2002: S. 661.

[163] „Zu den vorbildlichen staatlichen Menschen gehören u.a. Karl der Große, [und] Friedrich Barbarossa […].“ (Gretz, Daniela 2007: S. 268.)

[164] „An den dritten Ottonen, das ‚Wunder der Welt‘, sei hier erinnert und an Konradin, die beiden letzten Sprossen der machtvollen Herrscherhäuser.“ (Kantorowicz, Ernst: S. 154. In: Bräuninger, Werner 2002.)

[165] Kantorowicz, Ernst: S. 152. In: Bräuninger, Werner 2002.

[166] Kantorowicz, Ernst: S. 152. In: Bräuninger, Werner 2002.

[167] Gundolf, Friedrich 1968: S. 72.

[168] Vgl.: Gundolf, Friedrich 1968: S. 74.

[169] Gundolf, Friedrich 1968: S. 78.

[170] Gundolf, Friedrich 1968: S. 90.

[171] Vgl.: Gundolf, Friedrich 1968: S. 139.

[172] Gundolf, Friedrich 1968: S. 90.

[173] George, Stefan 1964: S. 11.

[174] George, Stefan 1964: S. 11.

[175] George, Stefan 1964: S. 114.

[176] George, Stefan 1964: S. 114.

[177] George, Stefan 1964: S. 133.

[178] „Gib mir nur EINES ziel und sinn: Mit meinem könig sterben.“ (George, Stefan 1964: S. 133.)

[179] „Du warst erkoren als du zum throne In deiner väterlichen gärten kies Nach edlen steinen suchtest und zur krone In deren glanz dein haupt sich glücklich pries.“ (George, Stefan 2005: S. 69.)

[180] „[…] Du schufest fernab in den niederungen Im rätsel dichter büsche deinen staat · In ihrem düster ward dir vorgesungen Die lust an fremder pracht und ferner tat.“ (George, Stefan 2005: S. 69.)

[181] George, Stefan 2005: S. 69.

[182] George, Stefan 2005: S. 69.

[183] „[…] Genossen die dein blick für dich entflammte Bedachtest du mit sold und länderei ·[…].“ (George, Stefan 2005: S. 69.)

[184] Vgl.: Rader, Olaf B. 2010: S. 86.

[185] „[…] Sie glaubten deinen plänen · deinem amte Und dass es süss für dich zu sterben sein.“ (George, Stefan 2005: S. 69.)

[186] Karlauf, Thomas 2008: S. 558.

[187] „Kantorowicz war nicht der einzige Georgeaner, der dem toten Kaiser im Dom von Palermo die Ehre erwies. […] Es waren also mindestens neun Personen aus dem Kreis um George […].“ (Karlauf, Thomas 2008: S. 557.)

[188] „Die Wiederbringung der römischen Weltherrschaft durch die Idee konnte nur von einem irdischen Stützpunkt aus, wie ihn später die Staufer suchten, Erfolg verheißen, aber sie war an sich nötig und gegeben.“ (Gundolf, Friedrich 1968: S. 85.)

[189] Gundolf, Friedrich 1968: S. 87.

[190] Vgl.: Hoffmann, Peter 2008: S. 145.

[191] Bräuninger, Werner 2002: S. 31.

[192] Vgl.: Raulff, Ulrich 2009: S. 118.

[193] „Die Gräber in Speier Uns zuckt die hand im aufgescharrten chore Der leichenschändung frische trümmer streifend. Wir müssen mit den tränen unsres zornes Den raum entsühnen und mit unserm blut Das alte blut besprechen dass es hafte · Dass nicht Spätre schleicht um tote steine Beraubte tempel ausgesognen boden .. Und der Erlauchten schar entsteigt beim bann: […].“ (George, Stefan 1986: S. 22.)

[194] „[…] Urvater Rudolf steigt herauf mit sippe · Er sah in seinem haus des Reiches pracht Bis zu dem edlen Max dem lezten ritter · […].“ (George, Stefan 1986: S. 22.)

[195] „[…] Durch mönchezank empörung fremdengeissel · Sah jahrtausendenalten herrschaft ende Und nun die grausigen blitze um die reste Des stamms dem unsre treue klage gilt. […].“ (George, Stefan 1986: S. 22.)

[196] „[…] Vor allen aber strahlte von der Staufische Ahnmutter aus dem süden her zu gast […].“(George, Stefan 1986: S. 23.)

[197] „[…] Der Grösste Friedrich · wahren volkes sehnen · Zum Karlen- und Ottonen-plan im blick […].“ (George, Stefan 1986: S. 23.)

[198] „[…] Des Morgenlandes ungeheuren traum · Weisheit der Kabbala und Römerwürde Feste von Agrigent und Selinunt.“ (George, Stefan 1986: S. 23.)

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